Vergangene Woche traf sich eine bunte Mischung von Experten der Material- und Infektionsforschung, Immunologen und Chirurgen, Physikern und Chemikern, um sich über die Fortschritte in der Implantatforschung auszutauschen. Auf Einladung des Forschungsverbundes BioFabrication for NIFE und der Internationalen Allianz gegen Implantat-bedingte Infektionen (I4A) kamen sie in den lichtdurchfluteten Foyers des Implantant-Forschungszentrums mit dem langen Namen* am Hannoverschen Stadtfelddamm zusammen.
Ein besonderes Interesse haben die Forscher des Verbundes daran, die hohen Zahlen an infektionsbedingten Re-Implantationen durch neuartige Materialien und Beschichtungen, Designs und OP-Techniken zu reduzieren. Verbundskoordinatorin Meike Stiesch eröffnete am Donnerstag Morgen die Veranstaltung gemeinsam mit Marcus Beiner aus der Abteilung Forschung und Innovation des MWK und Christopher Baum, Präsident der MHH und beratendes Mitglied der BioFabrication. Meine morgendliche Stipvisite reichte leider nicht, um zu hören, welche Erkenntnisse Christoph Klimmt vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung aus seiner Arbeit im Modul PUBLIC des BioFabrication Verbundes bisher gewinnen konnte, noch hatte ich Gelegenheit, den BUGATTI Veyron Super Sport zu bestaunen. In dem weltweit schnellsten Serien-Supersportwagen stecken ähnliche innovative Materialien und Fertigungsprozesse, wie in vielen Implantaten.
Nur wenige Meter weiter, im Clinical Research Center war gleichzeitig eine spezielle, nämlich die Hör-Protese Thema des 19. Hannoverschen Cochlea-Implantat-Kongresses. Dieses vielleicht kleinste aller Implantate, nicht viel mehr als ein fingerlanger Draht, verhilft zehntausenden von Hörgeschädigten in Deutschland zu mehr Lebensqualität. Für die MHH spielt die Forschung und Entwicklung an den kleinen hightech Geräten eine besondere Rolle, nicht zuletzt wegen des hier angesiedelten Exzellenzclusters Hearing4All. Thomas Lenarz, stellvertretender Leiter des Clusters, berichtete am Freitag unter anderem über innovative Implantationsverfahren.
*NIFE – Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung